Workshops I

Samstag, 11.6.2016, 10:00–12:00

Workshops I: Flucht, Fluchtursachen und Fluchtwege

  • Fluchtursachen: Krieg, Handelspolitik
    „Die Fluchtursachen bekämpfen“ – das ist das Mantra der Politik-Verantwortlichen in Deutschland und in Europa. Damit meinen sie aber bloß: Wir machen hier die Grenzen dicht und sorgen mit allen Mitteln dafür, dass die Menschen in ihren angestammten Regionen bleiben. Mit einem Kampf gegen die Fluchtursachen hat das nichts zu tun. Es geht nur um die Abwehr der Flüchtenden an den Grenzen Europas oder noch davor.
    Im Workshop wollen wir uns mit ökonomischen und militärischen Ursachen für Flucht beschäftigen und darüber reden, wie sie zu beseitigen wären.
    Mit Attac-AG Globalisierung und Migration, Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung
  • Klimagerechtigkeit praktisch: Kohlekraftwerke und andere Fluchtursachen bekämpfen   „Die Bekämpfung von Fluchtursachen fängt auch in der Lausitz an“, sagen die Klima-Aktivist*innen von „Ende Gelände“ und rufen zu Massenblockaden der Braunkohleinfrastruktur auf.
    Die Kohlekraftwerke der Industrieländer tragen erheblich zur globalen Erwärmung bei und damit zu mehr Dürren, Hunger und Ressourcenkonflikten in verwundbaren Regionen. Klimaprotest und die Arbeit für und mit Geflüchteten müssen deshalb Hand in Hand gehen.
    Welche Möglichkeiten gibt es dafür? Wie hilfreich ist der Begriff „Klimaflüchtling“ im öffentlichen Diskurs? Und wie kann Klimagerechtigkeit auch nach „Ende Gelände!“ weiter praktisch umgesetzt werden?
    Mit Ende Gelände und Attac AG Energie, Klima, Umwelt
  • Fluchtort Europa. Erfahrungsaustausch von den Fluchtrouten Europas und Projekt »Züge der Hoffnung«   Hunderttausende Geflüchtete fliehen auf der Suche nach Frieden und Auskommen nach Europa. Hunderttausende Menschen aus Europa sind aber auch unterwegs, um sie zu unterstützen.
    – Wir wollen Raum bieten gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und die Geschehnisse der letzten Monate auf der Balkanroute und anderen Fluchtorten Europas – insb. Jungle von Calais – zu reflektieren.
    – Wir wollen auch auf die politischen Entscheidungen in Europa eingehen, insbesondere auf den EU-Türkei-Deal .
    – Am Ende wollen wir einen gemeinsamen Wissensstand erarbeiten, der für zukünftige Fragen und Aktivitäten unerlässlich ist.
    Mit Refugee Support Tour Calais, Refugee Support Tour Balkanroute, Initiator_innen der Initiative »Züge der Hoffnung« (Griechenland-Solidaritäts-Komitee, Attac) und Moving Europe
  • (Self-)organizing against the border regime

A la sortie du massacre des migrants aux grillages de Mellila en 2005 „ Maroc „ l Union Europeenne a intensifie sa politique migratoire. Avec la militarisation des Frontieres Exterieures. ( FRONTEX – EUROSUR-TRITON ) quel bilan sur le respect des Droits fondamentaux ?

Mit Voix des migrants

  • Asylrecht – verschärft // Die Anhörung entscheidet
    Vortrag zu Asylrechtsverschärfungen und zur Rechtsberatung vor Anhörungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
    Mit RechtsanwältInnen aus Dresden
  • Queer und geflüchtet? LGBTQ-Perspektiven in Migrations- und Willkommenspolitik

Wir beschäftigen uns mit der Situation von queeren Geflüchteten inDeutschland. Wir geben euch einen Input zu der Situation queererMenschen weltweit und den Asylprozess in Deutschland. Außerdem möchten wir euch bereits existierende Projekte für queere Geflüchtete vorstellen, wie eine Unterkunft für LSBTI* in Berlin und das Queer Refugee Network in Leipzig. Wir wollen Raum schaffen für einen Austausch zu dem Thema, z.B. wie können queere Geflüchtete auf vorhandene Strukturen aufmerksam gemacht werden? Wie kann in den Unterkünften sensibel mit dem Thema umgegangen werden? Der Workshop richtet sich an Personen die mit Geflüchteten arbeiten, queere Geflüchtete und Unterstützer*innen.
Mit Rosalinde (Unterstützungsprojekt queere Geflüchtete, Leipzig)

  • Transnationale Solidaritätsarbeit zwischen Syrien und Deutschland – UKSSD und 15th garden stellen sich vor
    Mit UKSSD e.V. und 15thGarden stellen sich zwei Organisationen vor, die entgegen dem immer wieder produzierten Bild einer völlig gescheiterten syrischen Zivilgesellschaft von Deutschland aus direkte und parteiunabhängige Unterstützung für Menschen in Syrien organisieren, die nicht zuletzt seit der Revolution im März 2011 trotz Diktatur und Terrorismus für ein freies und selbstbestimmtes Zusammenleben kämpfen.”
  • Refugee Radio Network
    Five Key Themes
    1. Freedom of expression.
    2. Radio empowers survivors and vulnerable people.
    3. Radio has social impact and provides access to information.
    4. Radio saves lives.
    Open Mic: // Discussion/ Interview // Refugee voices // Show/Radio/Tv format // Radio in times of emergency and Disaster
  • Gemeinsam gegen Abschiebungen   

Seit dem Oktober 2015 haben sich mit den Asylrechtsverschärfungen die Handlungsmöglichkeiten für Betroffene wie Aktivist_innen deutlich verringert. Nun wird der Ruf nach intensiverem Erfahrungsaustausch und einer neuen Strategie lauter und wir möchten in unserem Workshop Betroffene, erfahrene Aktivist_innen und solche, die es noch werden wollen, zusammenbringen. Lasst uns voneinander lernen und gemeinsam kreativ werden und über Kampagnen, überregionale Zusammenarbeit, Internet und soziale Netzwerke, aber auch die Verbesserung der direkten Unterstützungsarbeit und von Aktionsformen sprechen. Sie werden unmenschlicher – wir werden schlauer!
Mit: Interventionistische Linke Antira-AG, Lampedusa Hanau, ausserkontrolle Dresden

  • Zur Reorganisation des europäischen Grenzregimes

Europas Eliten mögen zeitweise den Eindruck machen, zerstritten und planlos die Folgen des “Sommers der Migration” zu bearbeiten – untätig sind sie aber keinesfalls. Die Errichtung neuer und alter Mauern, eine Vielzahl von asyl- und migrationspolitischen Maßnahmen und nicht zuletzt der Pakt mit der Türkei und der Einsatz der NATO im Mittelmeer sind einige Beispiele einer Erneuerung der europäischen Grenz- und Migrationspolitik. Trotz interner Konflikte und teilweise widersprüchlicher Politiken ist die Restauration des Grenz- und der Abschottungsregimes dabei äußerst wirkungsvoll.
Im Workshop wollen wir die unterschiedlichen Maßnahmen der letzten Monate und ihre Effekte beleuchten, die verschiedenen europäischen Strategien, ihre internen Konflikte sowie ihre gemeinsame Wirksamkeit betrachten. Ausgangspunkt bildet die Frage, wie vor dem Hintergrund dieser Restauration eine effektive Gegenstrategie entwickelt, eine zweiter Sommer der Migration möglich gemacht werden kann.
Mit: Ramona Lenz (Medico International), Nasim Lomani (Diktyo / Hotel City Plaza Athen), Mario Neumann, Sandro Mezzadra (EuroNomade)

  • Wir sorgen für das Willkommen – und die Politik sorgt dafür, dass niemand kommt? Heike Hänsel und Frank Tempel (beide MdB DIE LINKE) diskutieren mit Vertreter*innen von Pro Asyl,Willkommens-Initiativen und Aktivist*innen aus flüchtlingspolitischen Netzwerken (alle angefragt) über die Politik der Bundesregierung und der EU zur Abschottung vor Flüchtlingen.
    Wie können wir mehr Einfluss auf die staatliche Asyl- und Flüchtlingspolitik nehmen, die die äußeren Bedingungen der solidarischen Flüchtlingspolitik wesentlich mitbestimmt, welche Rolle sollte hier die LINKE. im Bundestag spielen? Gibt es einen gemeinsamen Nenner, um gemeinsame Schritte zu unternehmen? Welche Antworten und Alternativen können wir entwickeln?
    Mit Heike Hänsel (MdB DIE LINKE), Frank Tempel (MdB DIE LINKE), Karl Kopp (Pro Asyl), Diana Henniges (Moabit Hilft), – veranstaltet von der Bundestagsfraktion DIE LINKE.